Der Regent (5)

Der Farbenwirbel schleuderte seinen Körper umher. Er fühlte sich, als würde er ins Bodenlose fallen, immer tiefer und tiefer, dann auf einmal erkannte er eine leuchtende Öffnung unter sich.

Er mußte eine recht unsanfte Landung hinnehmen und blickte dann in die vertrauten Gesichter der Walas. Vor ihm saß Zyk V. auf seinem Thron. Auch der Führer der Walas war mehr als nur erstaunt über sein plötzlichen Auftauchen.

„Kylon! Wo kommst du denn her?“

Kylon lächelte verlegen.

„Ich glaube, edler Herrscher, das ist eine sehr lange Geschichte.“

„Wir hatten dich schon aufgegeben, nachdem du so lange nicht zu uns zurück gekehrt bist. Doch sage mir, konntest du das Bündnis des Lichts noch vor dem Verrat von Ibis warnen?“

„Ibis hat sie nicht wirklich verraten. Und wenn es euch beruhigt, Herrscher, ja, ich konnte sie noch retten.“

Die Walas atmeten auf.

„Sehr gut Kylon, aber nun nimm’ Platz und berichte mir in aller Ausführlichkeit…“

„Verzeiht, großer Zyk, doch ich glaube nicht, daß wir dafür noch Zeit haben! So weit ich das sehe sollten wir sofort alle Vorbereitungen treffen, die Truppen des Regenten anzugreifen denn das Bündnis des Lichts dürfte inzwischen Soth-Tren erreicht haben. Zumindest waren sie auf dem Weg dorthin, als ich sie zuletzt gesehen habe…“

„Du meinst, sie haben es wirklich geschafft?“

„Ich denke schon. Beeilt euch, Herrscher, denn wir haben keine Zeit zu verlieren. Sammelt unsere Truppe, denn es ist an der Zeit, Acyra zu befreien!“

„Nun, denn, so sei es!“

Kylon nickte zufrieden und erhob sich.

„Kylon, wo willst du denn hin?“

„Nun, wenn ihr gestattet, großer Zyk, ich denke, daß ich noch etwas zu erledigen habe. Mit eurer Erlaubnis würde ich mich gerne wieder entfernen. Ich habe nämlich beschlossen, nach Elim zu gehen…“

Veröffentlicht in: on 27. Januar 2012 at 12:00  Hinterlasse einen Kommentar  

Der Regent (4)

Das Spektakel war vorbei. Vom Regenten war nichts übrig geblieben. Die Macht der Feuerklinge hat ihn vollends vernichtet, doch auch Nair-Das Körper war verglüht. Vor Trabins Füßen lag die Feuerklinge und leuchtete schwach. Trabin spürte die Hand seiner Schwester auf seiner Schulter. „Es ist vorbei, Trabin!“ Er hatte eine dicken Kloß im Hals. Tränen standen ihm in den Augen. „Ich weiß, aber warum mußte Nair-Da sterben?“ „Er… er wollte es so!“ „Nein, er mußte es tun, weil ich zu schwach war!“ Trabin drückte seine Schwester fest an sich. Ein dumpfes Grollen durchbrach die Stille und der Boden unter ihren Füßen begann zu beben. „Trabin, Acnari, wir haben jetzt keine Zeit dafür!“ unterbrach Danair die beiden. „Kommt! Ich glaube dieses ganze Felsgebilde ist am Einstürzen!“ Danair packte Acnari an der Hand und zog sie hinter sich her. „Wir müssen hier raus!“ „Trabin!“ Langsam griff Trabin nach der Feuerklinge und folgte den anderen, die hektisch durch das riesige Gewölbe eilten. Hier entlang, rief Nachistir. Der Poco deutete auf einen Gang, der aus dem Gewölbe herausführte. Sie erreichten den Gang gerade noch, als die Decke des Gewölbes donnern einstürzte. „Los doch!“ brüllte der Zwerg und schob Acnari vor sich her. Dann packte er Trabin und schob ihn ebenfalls nach vorn. „Jetzt beeilt euch doch!“ Eilig rannten sie dem Gang entlang, von dessen Decke kleine Felsbrocken herabstürzten. Ihre Lungen brannten und waren völlig außer Atem. Phochrist schleppte den halb bewußtlosen Smaruk hinter sich her und wäre mehrmals fast zusammengebrochen.  „Hier ist Licht, hier scheint es nach draußen zu gehen!“ rief der Poco dann endlich. Mit seinem Barbarenschwert hämmerte er gegen das lockere Felsgestein und bahnte sich so einen weg aus dem Felsgewölbe, das nun immer stärker bebte. Nachistir hatte er geschafft und zog dann Smaruk nach draußen. Er legte sich den Magrolin über die Schulter und entfernte sich rasch von dem einstürzenden Felsmassiv. Nach ihm kletterte Phochrist, dann Aki und schließlich Acnari nach draußen. Als Trabin nach draußen klettern wollte, brach ein großer Felsbrocken von der Decke herab und versperrte ihm den Weg. Danair keuchte heran und hebelte den Felsen mit seiner Axt zur Seite. Trabin preßte seinen Körper durch die enge Öffnung und stolperte nach draußen, als hinter Danair der Gang einstürzte. „Schnell Danair, komm’!“ Trabin reichte dem Zwerg die Hand durch die Öffnung und versuchte ihn herauszuziehen, doch Danair schaffte es nicht, durch die Öffnung ihm Gestein zu kommen. „Ich…schaffe es nicht… Trabin!“ „Doch, Danair, du mußt es schaffen, komm’ schon! Nimm’ all’ deine Kraft zusammen, dann…“ Nachistir war inzwischen noch einmal herbei geeilt und versuchte zu helfen. Zusammen bemühten sich Trabin und der kräftige Poco den Weg für den Zwergen frei zu machen, doch Phochrist schrie ihnen eine Warnung zu. „Vorsicht! Ein Felsen!“ Ein massiver Felsbrocken donnerte über den beiden herab. Phochrists Warnung erreichte sie gerade noch rechtzeitig. Der Poco packte Trabin und zog ihn zur Seite. Sie verloren den Halt und stürzten zu Boden. Als der Felsen aufschlug stürzte der Felsgang ein… „Danair!“ schrie Acnari entsetzt auf. Dann brach die Heilerin in Tränen aus.

Veröffentlicht in: on 25. Januar 2012 at 07:15  Hinterlasse einen Kommentar  

Der Regent (3)

Phochrist war zusammengebrochen. Wie schon so oft zuvor war der Anfall völlig unvorbereitet über den Abaron gekommen. Seine Gefährten stellten jedoch erleichtert fest, daß er sein Bewußtsein langsam zurück erlangte. Seit die merkwürdigen Mönche der Finsternis sie in diesem finstere Gewölbe überwältigt hatten, waren einige unerklärbare Dinge geschehen. Sie waren hier erwacht, in einer kleinen Kammer ohne Ausgang, die wohl als Gefängnis für sie diente. Trabin hatte gefehlt. Irgend etwas geschah mit ihnen, das sie sich nicht erklären konnten. Sie spürten, wie ihre Kräfte langsamen schwanden, sie wurden immer schwächer, so als würde eine finstere Macht ihnen ihr Leben entziehen. Keiner der Mönche hatte sich seither blicken lassen, doch der Abaron hatte unentwegt davon gesprochen, daß sich ihr Schicksal in diesem Augenblick entscheiden würde. Mehrmals hatte er ihnen berichtet, daß Trabin einen verzweifelten Kampf gegen den Regenten führte, während man sie hier gefangen hielt. Dann war der Abaron immer schwächer geworden und hatte mehrmals gestammelt, daß Trabin es nicht schaffen würde. Phochrist war in einen meditativen Zustand gefallen und keiner von ihnen hatte auch die geringste Ahnung was mit ihm geschah. Unbewegt hatte der Abaron in der Kammer gestanden und mehrmals den Namen von Trabin ausgerufen. Er hatte geschrien, daß sie verloren wären, wenn er nicht die Kräfte der Feuerklinge entfesseln würde und dann hatte der Abaron sein Medaillon abgenommen und es  von sich geworfen. Vor ihrer aller Augen hatte sich das seltsame Medaillon in Luft aufgelöst und kurze Zeit später war Phochrist dann völlig entkräftet zusammengebrochen. Sie waren alle sehr erschöpft gewesen, doch ihre Erschöpfung schien nicht mehr weiter zuzunehmen. Sie keuchten und wischten sich den Schweiß aus dem Gesicht, als Aki plötzlich aufschrie. „Seht! Die Wände! Sie verschwinden!“ Tatsächlich hatte der Kennek recht. Die massiven Felswände rings um sie herum verblaßten und gaben den Blick auf eine großes Gewölbe frei, dessen Wände in der Dunkelheit verschwanden. In einiger Entfernung lag ein regloser Körper auf dem Boden. „Trabin!“ schrie Acnari auf und eilte zu ihrem Bruder. „Oh Trabin, was ist geschehen!“ Sie beugte sich über den erschöpften Körper ihres Bruders. In seiner Hand hielt er noch immer die Feuerklinge umklammert, die von einem blassen Leuchten umgeben war. Jetzt waren auch die anderen heran. Keiner konnte ahnen, was er durchgestanden hatte, doch Phochrist beugte sich ebenfalls zu ihm herab und flüsterte. „Du warst sehr stark Trabin! Du hast es geschafft!“ Langsam öffnete Trabin die Augen und lächelte matt. „Ist … es vorbei ?“ Noch bevor Phochrist antworten konnte schrie Aki: „Seht! Was ist das?“ Eine gewaltige, formlose Wolke der Finsternis hatte sich in dem Gewölbe zusammengeballt und schwebte auf sie zu. Angst und eisige Kälte schienen von dieser Wolke auszugehen. Trabins Augen weitete sich und panisch schrie er auf. „Der Regent. Es ist…“ „Narren!“ donnerte eine boshafte Stimme von allen Seiten zugleich. Wie aus dem Nichts formten sich zu allen Seiten die schattenhaften Umrisse der Mönche der Finsternis. Es waren unzählige Gegner zugleich. Die Wolke selbst änderte langsam ihre Gestalt und verwandelte sich ebenfalls in eines dieser Schattenwesen, das jedoch um ein Vielfaches bedrohlicher wirkte als die anderen. Der Regent hüllte sich in eine rote Robe unter der sogleich die stechend roten Augen aufblitzen. „Diesmal wirst du sterben, Erwählter!“ zischte der Regent. Er Zorn in seiner Stimme war unüberhörbar. „Deine Torheit wirst du bezahlen! Ich werde dich endgültig vernichten. Schrei’ nur nach An-Kalah, er wird Dir nicht noch einmal helfen! Die Macht des Schwertes ist verbraucht, du Narr, doch du konntest mich nicht töten. Hier in Soth-Tren ist meine Macht unschlagbar, denn meine Diener verleihen mir neue Kraft!“ Trabin griff nach der Feuerklinge und versuchte aufzustehen, doch sofort durchfuhr eine Woge des Schmerzes seinen Körper und ließ ihn stürzen. Der Magrolin hatte die Unaufmerksamkeit des Regenten genutzt und magische Worte gesprochen, doch seine Kräfte waren noch immer zu schwach und sein Zauber zeigte keine Wirkung. Er erntete ein amüsiertes Lachen des Regenten für seine Bemühungen. „So, du hältst dich also für einen Magier, der es mit mir aufnehmen kann? Ich frage mich wirklich, wie es euch gelungen ist, bis hierher zu kommen!“ Ein Lichtblitz schoß auf Smaruk zu, erfaßte seinen Körper und schleuderte ihn zu Boden. Der Magrolin schrie auf und blieb reglos liegen. „Smaruk!“ schrie Acnari auf. Danair packte seine Axt und rannte mit einem verzweifelten Schrei auf den Regenten zu. „Du Teufel! Du hast meine Familie getötet!“ Der Zwerg rannte in blinder Wut los und schlug mit seiner Axt auf die Mönche ein, die sich ihm in den Weg stellten. Seine Hiebe richteten keinerlei Schaden hat, doch die Mönchen schaffte es nicht, den Zwerg aufzuhalten. Nachistir packte sein Barbarenschwert und stürmte hinter Danair her. „Ich helfe dir, Bruder!“ Kurz bevor der Zwerg und der Poco den Regenten erreicht hatten, schoß eine Flammenwand aus dem Boden empor und kreiste sie ein. Phochrist versuchte erst gar nicht, den Regenten anzugreifen, sondern er kümmerte sich um Smaruk. Der Magrolin lebte, doch sein Atem war schwach und der Zauber des Regenten hatte ihn sehr geschwächt. Acnari kauerte neben ihrem Bruder und war wild entschlossen, nicht von seiner Seite zu weichen. Sie würde mit ihm zusammen sterben, wenn es sein mußte… Phochrist war verzweifelt. Sie saßen eindeutig in der Falle und der Regent hatte ganz klar die Oberhand. Wie hatte das geschehen können. Trabin war der Erwählte und er hatte den Regenten mit Hilfe der Feuerklinge zurückgeschlagen, doch nun lag das Schwert wie ein nutzloser Gegenstand neben dem völlig erschöpften Trabin. Sie hatten die Macht des Regenten unterschätzt. Sicher, er war angeschlagen – er mußte ganz einfach angeschlagen sein, auch wenn er ihnen jetzt vorspielte, daß seine Macht ungebrochen war, doch was sollten sie jetzt tun? Plötzlich erregte etwas anderes Phochrists Aufmerksamkeit. An der Decke des Gewölbes zeichnete sich ein bunter Lichterwirbel ab. „Achtung!“, kreischte es auf einmal, dann fiel eine Gestalt wie ein Stein von oben herab. Das schneeweiße Gewand der Gestalt flatterte und der alte Mann ruderte wild mit den Armen. Phochrist erkannte Nair-Da. Wie war es nur möglich? „Heeeee….“ Nair-Da landete äußerst unsanft auf seinem Hinterteil. Sofort erhob sich der Alte und fuhr sich mit der Hand über seinen Hintern. „Autsch!“ Dann erhob er sich und blickte sich um. Als er die Mönche und den Regenten erblickte zeigte er keinerlei Angst, sondern blickte Phochrist böse an. „Also wirklich, mein Freund! Jetzt fangt ihr hier einfach ohne mich an! Ihr hättet schon auf mich warten können!“ „Nair-Da, jetzt ist wirklich keine Zeit für deine dummen Späße!“ Phochrist blickte unruhig zum Regenten, der auf das Auftauchen Nair-Das bisher noch nicht reagiert hatte. Vor dem Regenten waren Nachistir und Danair noch immer in einem Feuerring eingeschlossen. Der Kennek und Acnari schauten ungläubig zu Nair-Da und Phochrist. „So, du kommst also auch, alter Narr?“ zischte der Regent. „Da hast dich tatsächlich aus deinem Berg herausgewagt? Um so besser, dann kann ich mich gleich noch um dich kümmern!“ Ein Lichtblitz wie der, der Smaruk getroffen hatte, schoß auf Nair-Da zu, doch dieser wich mit einem gekonnten Sprung zu Seite aus. Nair-Da fuchtelte kunstvoll mit seinen Händen durch die Luft und sogleich verschwand der Feuerkreis, der Danair und Nachistir eingeschlossen hatte. „Ich weiß ja, daß es hier drinnen ziemlich kühl ist, aber so warm muß es ja nun auch nicht gleich werden!“ scherze Nair-Da. Die Augen des Regenten blitzen auf. Unbeeindruckt davon marschierte Nair-Da nun zu Trabin und kniete sich neben den Erwählten. „Zum Ausruhen ist jetzt aber wirklich keine Zeit, mein Junge! Da drüben steht der Regent, du weißt, daß er uns töten wird, also steh auf und erfülle endlich die Prophezeiung!“ Plötzlich blickte Nair-Da Trabin mit ernster Mine an. Sein Blick war völlig klar. „Er ist schwer angeschlagen und die Mönche hier sind nichts als eine reine Illusion, Trabin. Du mußt ihn mit dem Schwert treffen!“ flüsterte er ihm zu. „Wie soll ich denn nahe genug an ihn heran kommen?“ „Überlaß’ das nur mir!“ Nair-Da erhob sich und blickte den Regenten auffordernd an. „Nun, was ist, mein Lieber? Du bist ja so still!“ Danair und Nachistir hatten sich inzwischen zu Phochrist und Smaruk zurückgezogen. „Der Alte ist ja total verrückt!“ „Kann sein, aber vielleicht wird uns das trotzdem helfen!“ antwortete der Abaron. Acnari hatte inzwischen ihrem Bruder auf die Beine geholfen. Trabin hielt die Feuerklinge in seiner Hand und blickte unsicher zu seinen Freunden und dann zu Nair-Da, der dem Regenten nun völlig schutzlos ausgeliefert gegenüberstand. „Geh’ zu den anderen, Acnari. Ich muß…“ „Nein, Trabin du wirst sterben!“ Acnari klammerte sich an ihren Bruder, doch der löste ihren Griff und folgte Nair-Da. „Ich muß es tun!“ Der Regent hatte einen weiteren Lichtblitz auf Nair-Da geschleudert, doch der Alte hatte scheinbar irgend einen Gegenzauber benutzt, denn das Geschoß verglühte noch bevor es Nair-Da erreichte. Nun begann Nair-Da etwas zu murmeln. Aus seiner Fingerkuppe schoß nun ebenfalls ein magischer Blitz hervor, der den Regenten traf. Dieser wurde für kurze Zeit von einem grellen Licht eingehüllt und schrie kurz auf. „Wer bist du, alter Mann?“ fauchte der Regent. Inzwischen war Trabin nahe genug heran gekommen. Er fühlte, daß eine große Unsicherheit von dem Regenten ausging. Von der großen Macht und Stärke schien nichts mehr übrig zu sein. Nair-Da hatte recht, er war angeschlagen. Wieder schoß ein Lichtblitz auf Nair-Da zu, der diesmal traf. Nair-Da wurde zurück geschleudert. „Jetzt! Trabin! Jetzt!“ Ohne zu zögern stürzte Trabin los und versetzte dem Regenten eine Schlag mit der Feuerklinge. Noch einmal entlud sich die Macht des Schwertes und ein gewaltiger Energiestrom erfaßte den Regenten. Die schattenhaften Umrisse der Mönche begannen zu verblassen, als der Körper des Regenten schmerzhaft am Boden wand. „Neeeeeiiiiiinnnn!“ kreischte er. Trabin mußte die Feuerklinge loslassen und taumelte zurück. Er sah Nair-Da neben sich, der auf den Regenten zustürzte und die Feuerklinge ergriff. Der alte Mann murmelte magische Worte. „Nair-Da, was tust du?“ schrie Trabin und wollte den alten Mann zurückhalten. „Zurück, Trabin! Ich vollende, was ihr begonnen habt!“ Ein letztes Mal lächelte Nair-Da ihm zu, dann wurde auch sein Körper von der Macht der Feuerklinge ergriffen.

Veröffentlicht in: on 23. Januar 2012 at 14:00  Hinterlasse einen Kommentar  

Der Regent (2)

Trabin war der einzige, dessen Gedankengänge nicht vollkommen blockiert waren, zumal es den Mönchen nicht gelungen war, ihm die Feuerklinge zu entwenden. Selbst jetzt, in einem Moment größter Überlegenheit fürchteten sie das Schwert. Auch die anderen hatten sie nicht entwaffnet, denn die Waffen seiner Gefährten waren nur gefährlich für die sterblichen Lebewesen Acyras. Sie stellten keine echte Bedrohung für diese Schattenwesen dar. Einzig die Magie des Magrolins hatte man ausgeschaltet, was dem armen Smaruk doch sichtlich mitgenommen hatte. Kurz nachdem der Magrolin qualvoll schreiend zusammengebrochen war, hatte sich ein Schleier der Finsternis um sie gelegt und erst jetzt war Trabin wieder in der Lage seine Umgebung wahrzunehmen. Das Gewölbe, in dem sie sich jetzt befanden, war von einer tiefen Dunkelheit erfüllt, die so durchdringend Schwarz erschien, als würde sie alles Leben in sich aufsaugen. Trabin fühlte Wogen des Hasses, die ihn umgaben, eine böse Aura, die überall um sie herum war, körperloses Grauen, das doch real war. Er sah nur Dunkelheit, die einfach der reine Widerspruch zu allem Lebenden, Menschlichen darstellte und nur ein Ziel kannte: die vollkommene Vernichtung aller Ideal, die unter den Völkern Acyras herrschten. Die Sicht reichte nicht einmal bis zum Ende eines ausgestreckten Armes. Trabin spürte die Gegenwart seiner Kameraden mehr als daß er sie gesehen hätte. Obwohl die Feuerklinge in seinen Händen greller leuchtete als je zuvor, wurde dieses Leuchten sofort von dieser alles durchdringenden Finsternis absorbiert. Es war unmöglich für Trabin festzustellen, ob die Mönche der Finsternis noch unter ihnen waren. Sehen konnte er sie jedenfalls nicht. Er erkannte nirgendwo das Aufblitzen der dunkelroten Pupillen, doch das mochte nichts bedeuten, denn vielleicht wurde auch dieses Leuchten von der Dunkelheit verschluckt? Doch Trabin spürte nicht nur die Finsternis, die ihn umgab. Er spürte noch etwas. Etwas, das er kannte. Etwas, das viel schlimmer war, als diese Finsternis. Er spürte die Gegenwart des Regenten. Erinnerungen an seine erste Begegnung mit dem Regenten auf der Wüsteninsel wurden wach. Sobald ihm dieser Gedanke durch den Kopf ging fühlte er den Zorn des Regenten. Zorn und Haß, die einzig und allein gegen ihn gerichtet waren. Zorn darüber, was Trabin ihm damals angetan hatte… Schweiß trat ihm auf die Stirn und das Atmen fiel ihm immer schwerer. Er fühlte sich, als würde er regelrecht von dieser Schwärze zerdrückt. Trabin keuchte und umklammerte die Feuerklinge noch fester. Diesmal hatte er die Feuerklinge! Und er wußte, daß er der Erwählte war! Wenn er doch nur wüßte, wie er die Macht des Schwertes entfalten konnte! Waren seine Gefährten eigentlich noch bei ihm? Er wußte es nicht. Sie sprachen nicht und auch sonst deutete nichts auf ihre Gegenwart hin. Was, wenn er dem Regenten schon wieder allein gegenüberstand? Er hörte einen entfernten Schrei. War das nicht das Stöhnen des Magrolins? Wieder ein qualvoller Aufschrei. Die Stimme stammte zweifelsfrei von Acnari! Vor ihm lichtete sich auf einmal das Schleier der Dunkelheit für einen Moment. Er sah für einen Augenblick seine Schwester umringt von mehreren Mönchen der Finsternis. Sie preßte beide Hände gegen die Schläfen, schrie und krümmte sich vor Schmerzen. Trabin wollte zu ihr laufen, ihr helfen, doch er war unfähig sich zu bewegen… Die Sicht verblaßte und vollkommene Schwärze hüllte ihn wieder ein. Ein schallendes Hohngelächter ertönte von allen Seiten zugleich. Da war Danair! Verzweifelt schlug der Zwerg mit seiner Axt um sich und versuchte sich gegen eine nicht enden wollender Schar von Morloks zu verteidigen. Wann immer der Zwerg einen von seinen Gegnern niederschlug, tauchten zwei neue auf, die nur noch brutaler auf ihn einstürmten Die Sicht verblaßte. Abermals ein bösartiges Lachen, das ihm durch Mark und Bein drang. Trabin sah den Körper des Pocos an eine schwarze Felswand gekettet. Die Augen von Nachistir waren glasig und starrten ins Leere. Schlaff hing er in seinen Ketten, wie eine willenlose Marionette. Im Hintergrund  hörte er erneut das dämonische Gelächter des Regenten, als seine Sicht sich wieder verschleierte… Trabin hörte den entsetzlichen Todesschrei und sah noch einmal, wie sein Freund Madas, der mit ihm von der Insel Tras entführt wurden war, mit gebrochenem Genick vor einem Morlok in seinen Blut lag. Er sah noch einmal, wie Ibis von Tentakeln gepackt in die Tiefen des dunkeln Sees gezogen wurde. Er sah sein Dorf brennen, das von Morloks verwüstet wurde. Dann sah er den reglosen Körper von Smaruk. Der Magrolin lag direkt vor ihm und stöhnte auf. Dann war er verschwunden. Wieder lachte der Regnet. Verzweifelt versuchte Trabin um sich zu schlagen, doch noch immer war sein Körper gelähmt. Er konnte nichts tun, noch nicht einmal seine Augen konnte er vor diesen grausamen Bildern verschließen! Er wollte schreien, doch noch nicht einmal das konnte er… Trabin sah einen Schwarm Baras, der sich auf den Kennek stürzte und den Körper des kleinen Akis in kleine blutige Stücke rissen. Die schrillen Schmerzensschreie des Kenneks hallten von allen Seiten wieder. Plötzlich sackte Trabin in die Tiefe. Er verlor den Boden unter seinen Füßen und stürzte immer weiter in die Unendlichkeit. Er fiel wie ein Stein immer weiter und weiter und raste immer schneller und schneller immer weiter nach unten. Er wollte schreien, mit den Armen rudern und nach Halt greifen, doch sein Körper war nach wie vor steif wie ein Felsbrocken. Er raste auf einen Stelle zu, die noch finsterer als seine Umgebung war. Noch schwärzer als das tiefe Schwarz rings um ihn herum! Eine formlose, schwarze Wolke waberte unter ihm und nahm seinen Körper in sich auf. Trabin bekam keine Luft mehr, seine Sinne drohten endgültig zu schwinden und alles was sein Körper noch empfand war Schmerz, als elektrische Entladungen durch seine Glieder jagten. Seine Ohren waren betäubt von dem schrillen Gelächter der Regenten… Trabin keuchte und fühlte wie seine Kräfte schwanden. Noch immer hielt er die Feuerklinge fest umklammert, doch selbst die Energien des Schwertes, die durch seinen Körper strömten reichten nicht aus, um den Angriffen des Regenten zu widerstehen. Nicht hier, nicht in Soth-Tren! Hier würde er nur mit der vollen Kraft des Feuerklinge bestehen können… Trabins Körper wurde weiter von den Angriffen des Regenten geschwächt, seine Sinne trübten sich und bald würde er völlig hilflos sein, wenn nicht etwas geschah. „Trabin!“ Es war eine bekannte Stimme, doch er konnte sie nicht zuordnen. Die Stimme war ihm vertraut, doch sie schien von sehr weit her zu ihm zu dringen. „Trabin, nutze das Schwert!“ Wie zur Bestätigung dieser Worte leuchtete die Feuerklinge in seinen Händen noch einmal grell auf. Trabin sah die schattenhaften Umrisse einer Gestalt, die in weiter Ferne war. Er versuchte diese Gestalt zu fixieren und erkannte einen seiner Gefährten. Es war der Abaron. Phochrist stand dort, wie ein Fels in der Brandung, die Wogen der Finsternis schienen ihm nichts anhaben zu können. Wieder sprach er zu Trabin. „Du mußt die Kräfte der Feuerklinge nutzen, sonst sind wir alle verloren!“ Trabin hatte Mühe, sein Bewußtsein nicht zu verlieren, denn in dem Moment als das Bild von Phochrist sich vor seinen Augen manifestiert hatte, nahmen die Schmerzen zu, die ihm der Regent bereitete. „Wie…?“ keuchte Trabin mit seinen letzten Atemzügen. Für einen Moment wurde alles Schwarz um ihn, fast schien er die Besinnung verloren zu haben, doch noch einmal strömten die Kräfte der Feuerklinge durch seinen Körper und rissen ihn in die Wirklichkeit zurück. Phochrist wollte wohl noch etwas sagen, doch seine Worte drangen nicht bis an Trabins Ohr. Das Bild des Abarons verblaßte in der Dunkelheit und erlosch. Die geistige Verbindung zwischen Trabin und Phochrist war ebenso rasch abgebrochen wie sie entstanden war. Doch in dem Moment, in dem Phochrist verschwunden war, hatte der Abaron das Medaillon, das er um seinen Hals trug abgenommen und in die Finsternis geworfen. Es war das seltsame Medaillon, das Phochrist schon immer getragen hatte, das Medaillon, das ständig seine Formen änderte und das ihn schon mehrfach Zugang zu den Geheimnissen Acyras gewährt hatte. Nun schwebte dieses Medaillon wie ein letzter Hoffnungsschimmer durch die Dunkelheit, begann zu leuchten formte vor Trabins Augen einen Buchstaben. Trabin erkannte ein ‘A’. A wie An-Kalah. Seine Erinnerung an das Wort, das ihn bereits auf der Wüsteninsel gerettet hatte. Phochrists Medaillon war verschwunden und Trabins Körper schien nun endgültig die Grenze der Belastbarkeit überschritten zu haben. Gerade drohte die Finsternis ihn erneut zu umfangen, als er mit allerletzter Kraft mit seinen Lippen das Wort ‘An-Kalah’ formte. Kaum hörbar, nur ein leises Wispern, doch sofort fühlte er die unheimliche Macht in seinem Inneren wachsen und mit jedem Augenblick stärker werden. Die Attacken des Regenten verstärkten sich sofort und wirkten dieser Macht entgegen. Trabin taumelte am Abrund zur Ohnmacht, doch die Kraft des Erwählte bahnte sich ihren Weg unaufhaltsam und in dem Maß, indem seine Kräfte erstarkten, schien auch die Macht der Feuerklinge zuzunehmen. Das Leuchten des Schwertes nahm immer mehr zu und drängt die Finsternis rings um ihm herum langsam aber unaufhaltsam zurück. Noch einmal schrie Trabin das Wort ‘An-Kalah’ mit aller Kraft aus sich heraus, riß die Feuerklinge in die Höhe und wurde dann von der Entladung einer geballten Energiewelle gepackt und davon geschleudert. Als er das Bewußtsein dann endgültig verlor, dröhnte ein qualvoller, wütender Aufschrei des Regenten in seinen Ohren…

Veröffentlicht in: on 21. Januar 2012 at 12:00  Hinterlasse einen Kommentar  

Der Regent (1)

Die Gewölbe Soth-Trens erzitterten unter dem triumphierenden Gelächter des Regenten. In Form einer diabolischen Wolke schwebte er vor dem Altar seines Herrn. Mit einem blutigen Opfer würde er seinen Sieg feiern, denn vor ihm lagen die letzten Widersacher, die der Rückkehr seines Herrn im Wege gestanden hatten. Seine Invasionsflotte würde in Bälde an den Küsten Abarons anlegen und dort alles vorbereiten. Ihm blieb nun das große Vergnügen, das Bündnis des Lichts zu vernichten, noch bevor sie seinem Herrn auch nur begegnen würden! Zu schade eigentlich, denn so würden sie nie wirklich erfahren, mit welchen Mächten sie sich angelegt hatten! Der Regent amüsierte sich köstlich, als er sich ausmalte, welches Vergnügen es ihm bereiten würde, jeden dieser Winzlinge auf die Knie zu zwingen und ihren Willen zu brechen. Sie würden ganz besonders eifrige Diener seines Herrn sein! Und wenn er sich beeilte, dann schaffte er es vielleicht sogar doch noch, dem großen Moment persönlich beizuwohnen, in dem der Herr der Finsternis in diese Welt zurückkehren würde. Seine Flotte hatte Abaron immerhin noch nicht ganz erreicht und es würde noch etwas Zeit vergehen, bevor alle Vorbereitungen getroffen waren, um den Meister aus seiner Verbannung zu befreien. Zeit und Raum spielte für ihn keine Rolle! Doch soviel Zeit wollte er sich dann doch nehmen, sich an den verzweifelten Angstschreien seiner kleinen Widersacher zu ergötzen, die ihm doch immerhin größer Schwierigkeiten bereitet hatten, als er erwartet hatte. Doch nun war der Moment gekommen, wo er alles zurückzahlen würde. Oh ja, er würde sie zu Sklaven seines Herrn machen, so wie es dieser ihm befohlen hatte, doch zuvor würden sie leiden. Sehr leiden…

Veröffentlicht in: on 19. Januar 2012 at 09:30  Hinterlasse einen Kommentar  

Die finsteren Gewölbe (2)

Plötzlich geschah es. Die Feuerklinge erstrahlte so grell, daß sie für einen Moment geblendet wurden. Als ihre Sicht langsam zurückkehrte, waren die engen Felswände des Ganges verschwunden. Sie standen mitten in einem riesigen Gewölbe, dessen Wände in der Dunkelheit verborgen lagen. Die Kälte um sie herum war noch eine Spur eisiger geworden. Sie waren wie gelähmt von einer unbeschreiblichen Angst, die sie plötzlich ergriff. Aus den Schatten rings um sie herum blitzen dunkelrote Augenpaare auf und näherten sich langsam. Trabin fühlte eine Panik in sich aufsteigen, gegen die selbst die Feuerklinge, die er krampfhaft umklammerte, nichts ausrichten konnte. Sie waren umzingelt. Von allen Seiten näherten sich diese schattenhaften Umrisse, und die dunkelroten Augen leuchteten boshaft auf und starrten sie durchdringend an. Als das erste dieser Schattenwesen sich so weit genähert hatte, daß Trabin die dunkelrote Robe, die seine Formen verbarg, erkannte, wurde seine Vorahnung zur Gewißheit. Mönche der Finsternis! Der Alptraum von der Wüsteninsel war zu ihm zurückgekehrt und diesmal war ihre Macht noch viel größer als bei ihrem ersten Aufeinandertreffen. Alles in ihm schrie nach Flucht, doch der Kreis der Mönche schloß sich immer enger um sie. Bisher waren die Mönche jedoch sorgsam darauf bedacht, sich aus der Reichweite der Feuerklinge fern zu halten. Trabin blickte sich zu seinen Kameraden um. Er sah die panische Angst in ihren Gesichtern. Sie hatten alle ihre Waffen gezogen und standen nun Rücken an Rücken, um sich in einer verzweifelten, hoffnungslosen Situation zur verteidigen. Trabin wußte, daß dieses Vorhaben hoffnungslos war. Hier in Soth-Tren war es unmöglich, diesen Schattenwesen etwas anzuhaben! Selbst die Macht der Feuerklinge in seinen Händen – wenn das Gerede über den ‘Erwählten’, der er sein sollte, überhaupt stimmte – würde nicht ausreichen, sie aus den Klauen der Mönche zu befreien. Noch immer schwebten die Mönche untätig vor ihnen und begnügten sich damit, sie anzustarren. Sofern sich nicht noch mehr dieser Wesen in der Dunkelheit des Gewölbes verborgen hielten, so hatten sie es mit sechs dieser Schattenwesen zu tun. Trabin wußte, wozu eines dieser Wesen in der Lage war, wozu mochten sie fähig sein, wenn sie sich zu sechst in Soth-Tren befanden? Und selbst, wenn sie diesen Mönchen auf wundersame Weise entkommen sollte – es gab hier bestimmt noch mehr dieser Schattenwesen, auf die sie früher oder später stoßen mußten! Wie konnten sie auch nur so naiv sein, hier einzudringen, ohne darüber im Klaren zu sein, daß hier der Orden der Finsternis hauste! Wo, wenn nicht in Soth-Tren, sollten die Mönche und Morloks beheimatet sein? Und wer konnte schon ahnen, welche Kreaturen der Regent sonst noch so erschaffen hatte? Smaruk spürte die magischen Fähigkeiten der Schattenwesen. Jeder dieser Mönche verfügte über magische Kräfte der Finsternis, die seinen überlegen waren. Die Magie dieser Wesen war böse. Smaruk hatte keine Vorstellung davon, welche Zauber dieser Mönche wohl bewirken konnten. Ihre Macht war groß und hier in Soth-Tren konnte er es nicht einmal mit einem einzigen Mönch aufnehmen. Seine Magie würde nicht einmal ausreichen, einen dieser Mönche auch nur annähernd zu beeindrucken. Doch der Magrolin spürte, daß diese Schattenwesen ihn aufmerksam anstarrten. Eine Welle des Hasses strömte ihm entgegen und er war sich sicher, daß auch die Mönche seine magischen Kräfte wahrgenommen hatten. Ein imaginärer Schlag traf den Magrolin völlig unvorbereitet. Seine Fackel erlosch und seine magischen Kräfte schienen schlagartig zu schwinden. Der Magrolin verlor seine Konzentration. Sein Hals schien von zwei Händen  umklammert zu sein, die Luft wurde ihm abgeschnürt und er ging röchelnd in die Knie. Seine letzten, verzweifelten Versuche, einen letzten Zauber zu sprechen, ganz gleich wie sinnlos dieser Versuch auch sein mußte, scheiterten kläglich. Er fühlte sich ausgelaugt und entkräftet. Danair und Acnari waren sofort bei dem Magrolin als er entkräftet zu Boden ging. Keiner der Mönche hatte sich bewegt und trotzdem wußten sie, daß sie Smaruk auf irgend eine Weise angegriffen hatten. Acnari beugte sich über Smaruk, stellte jedoch fest, daß er nicht verletzt war. Der Magrolin war einfach nur geschwächt und rang nach Luft, als ob ihn irgend jemand gewürgt hätte. Sie wußte von Trabins Berichten über seine Gefangenschaft auf der Wüsteninsel, daß diese Wesen dazu in der Lage waren. Noch immer zeigten die Mönche keinerlei Regung und starrten einfach nur haßerfüllt auf die kleine Gruppe. „Was wollt ihr! So hört doch endlich auf damit und sagt uns was ihr wollt!“ schrie sie verzweifelt. Ein direkter Angriff der Mönche wäre ihr allemal lieber gewesen als dieses Anstarren, das ihnen einen Schauer über die Rücken jagte. Eine Woge des Schmerzes schien Acnaris Schädel zu sprengen. All’ ihre Gedanken waren blockiert, ihre Brust wurde eng und das Atmen fiel ihr unglaublich schwer. Eine bösartige, dämonische Stimme erfüllte ihren Kopf. „Der Meister erwartet euch!“ Acnari wand sich vor Schmerzen auf dem Boden. Diese grauenvolle Stimme schien überall in ihr zu sein. Das Echo hallte tausendfach in ihrem Kopf wieder und trieb sie an den Rand des Wahnsinns. „Wir werden euch zu ihm bringen!“ Acnari hörte auch die anderen qualvoll aufschreien, dann wurde alles um sie herum dunkel…

Veröffentlicht in: on 17. Januar 2012 at 11:00  Hinterlasse einen Kommentar  

Die finsteren Gewölbe (1)

Acnari traute ihren Augen nicht, als Phochrist direkt in dem schwarzen Felsgestein verschwand. Er tauchte förmlich in das Gestein ein. Das war doch einfach unmöglich! Der Fels wirkte so massiv und undurchdringlich! Trotzdem war der Seher ohne jede Mühe und vor allem ohne jede Angst in diesem Gebilde verschwunden, das sie schon allein durch seine bösartige Ausstrahlung auf Distanz hielt. Die Heilerin blickte sich um und sah, daß auch ihre Gefährten zögerten. Niemand wagte er, dem Abaron zu folgen. Ungläubige Blicke waren auf die Stelle geheftet, an der Phochrist in dem Gestein verschwunden war. Fassungslosigkeit aber auch Angst konnte Acnari in den Gesichtern der anderen lesen. Sie spürte auf einmal, wie jemand ihre Hand ergriff. Angenehme Wärme durchflutete ihren ganzen Körper und ließ ihre Angst schwinden. Sie fühlte sich von einer seltsamen Kraft durchflutet. Sie blickte in die Augen ihres Bruders, der Ruhe und Entschlossenheit ausstrahlte. Trabin lächelte und zog sie sanft hinter sich her, als er auf das Felsgebilde zu marschierte. In seiner Hand hielt er die grell leuchtende Feuerklinge, von der diese seltsame Kraft ausging, die ihr plötzlich neuen Mut spendete. Als sie sich umwandte erkannte sie, daß auch die anderen Gefährten langsam und zögerlich folgten, doch in jedem Gesicht, sah sie neuen Mut aufflackern. Die massive, schwarze Felswand kam immer näher und näher. Acnaris Verstand schrie noch einmal verzweifelt auf, daß es einfach unmöglich war, durch massives Gestein zu gehen, doch wieder durchflutete sie diese angenehme Wärme und spülte jeden Zweifel aus ihren Gedanken. Dann umfing sie für einen Moment vollkommene Dunkelheit. Eisige Kälte erfaßte ihren ganzen Körper. Sie fürchtete, vor Kälte zu erstarren, ihre Bewegungen wurden immer langsamer und schwerfälliger und fast schien es so, als würde sie sich nicht mehr von der Stelle rühren können, als es dann plötzlich vorbei war. Der dunkle Schleier, der sie umfangen hatte, schwand und sie blickte in das erleichterte Gesicht des Abarons. Die Heilerin umarmte ihren Bruder und begann zu schluchzen. „Oh Trabin, haben wir… sind wir wirklich da hindurch…?“ Trabin nickte. „Ja, Acnari, wir sind im Inneren dieses… was immer es auch sein mag.“ Als sie sich umwandten, erkannte sie, daß auch die anderen den Felsen durchschritten hatte. An den erstaunten Gesichtern konnte sie ablesen, daß die anderen scheinbar ähnliche Erfahrungen gemacht hatten wie sie selbst. Als sie sich wieder gefaßt hatte, kehrte die Wahrnehmung ihrer Umgebung zurück. Sie waren umgeben von einer eisige Kälte, die sich bis ins Innerste ihrer Körper zu fressen schien. Das Leuchten der Feuerklinge war die einzige Lichtquelle und daher war ihre Sicht sehr begrenzt. Soweit sie es erkennen konnte, befanden sie sich in einem engen, hohen Gang, der sich in das Innere dieses Felsgewölbes schlängelte. Sie Wände waren kantig und bestanden ebenfalls aus diesem schwarzen Felsgestein, das Kälte und Furcht verströmte. Der Gang war so eng, daß sie nur einzeln hinter einander gehen konnten. Es herrschte eine bedrückende Stille und jeder ihrer Schritte hallte wie ein Donnerschlag. Wo immer dieser Gang hinführen mochte, es würde ihnen keinesfalls gelingen, unbemerkt dort anzukommen. Phochrist setzte sich in Bewegung und folgte dem Gang. Trabin, Acnari und Aki folgten. Smaruk, Danair und der Poco Nachistir bildeten den Schluß der Gruppe. Der Poco hatte zwar keine Probleme, was die Höhe des Ganges betraf, doch die Breite machte seinem stämmigen Körperbau schon mehr zu schaffen. Ständig eckte er irgendwo an, worauf sofort ein heftiges Fluchen zu hören war. Der Magrolin hatte inzwischen seine magische Fackel herbei gezaubert, da das Leuchten der Feuerklinge ihnen nur sehr unzureichende Helligkeit spendete. Zwar konnten noch immer nicht sehr viel erkennen, da das Licht scheinbar von den Felswänden absorbiert wurde. In zahlreichen Windungen führte der Gang sie geradewegs ins Innere des Felsmassivs. Der Gang verbreiterte sich gelegentlich ein wenig, später wurde er teilweise so eng, daß der Poco größte Schwierigkeiten hatte, weiter zu gehen. Sie zitterten am ganzen Körper, da ihnen die eisige Kälte immer stärker zusetzte. Die Totenstille, die nur durch das Widerhallen ihrer Schritte unterbrochen wurde, beunruhigte sie immer mehr, hinter jeder Windung des Ganges erwarteten sie eine Schar von Morloks, die sich ihnen in den Weg stellen würde. Ihre innere Spannung wuchs ins Unerträgliche, die Nerven waren zum Zerreißen angespannt und ihre Unsicherheit wurde immer größer. Immer öfter blieben sie stehen und lauschten in die Stille hinein, ob ihnen nicht irgend welche Schritte entgegenkamen, doch Nichts geschah, doch auch der seltsame Gang schien einfach kein Ende zu finden. Ihre eintönige Umgebung machte es ihnen unmöglich, sich zu orientieren oder festzustellen, wie viel Zeit schon vergangen war, seit sie das Gewölbe betreten hatten.

Veröffentlicht in: on 15. Januar 2012 at 12:05  Hinterlasse einen Kommentar  

Soth-Tren (5)

Das gewaltige, finstere Gebilde vor ihnen schien aus den Urtiefen Acyras emporgewachsen zu sein. Scharfkantiges, schwarzes Gestein, das jedes Licht absorbierte und keinerlei Leben in seiner Nähe zu dulden schien. Gezackte Felstürme ragten wie Speere aus dem sandigen Boden. Nichts gedieh hier, kein Gras, kein Strauch. So weit das Auge blickte nur totes Gestein, das bis in die letzten Enden von einer diabolischen Bosheit durchdrungen war. Blitze zuckten aus dem düsteren, wolkenverhangenen Himmel und tauchte das steinerne Monstrum für kurze Zeit in gleißend helles Licht, das die Bedrohlichkeit dieses Ortes nur noch deutlicher hervortreten ließ. Ein eisiger Wind peitschte aggressiv durch die zahlreichen Spalten und Risse, die das Gestein durchzogen. In tiefes, dunkles Grollen erfüllte die Luft. Zacken, Felsvorsprünge, widernatürliche Gesteinswindungen, steile Abgründe und Gesteinsbögen, die irgendeine finstere Macht aus dem Gestein heraus gemeißelt haben mochte, verliehen diesem Gebilde eine unbeschreibliche Form, die kein Lebewesen Acyras in seiner Gesamtheit erfassen mochte. Keine Macht Acyras würde dieses Gestein, das womöglich eine eigene Form der Existenz besaß, erschüttern. Tiefe Risse und Spalten im Gestein gaben den Blick frei auf eine undurchdringliche Schwärze, die endlos ins Nichts führen mochte. Der Hauch des Bösen entströmte den Öffnungen. Zwergengleich wirkte selbst der Poco Nachistir vor diesem Felsgiganten, der im Westen in den Dunklen See überzugehen schien, im Südosten schloss sich die Todeswüste an und wohin das Auge sonst noch Blicke gab es nur totes, lebensfeindliches Land. Vertrockneter harter Boden, auf dem eine Staubschicht vom eisigen Wind in ewiger Bewegung gehalten wurde. Die Sandkörner peitschen empor, stachen ihnen wie Messerklingen in die Haut. Der Kennek versuchte sich hinter dem Poco zu verbergen, doch auch die andren hatten ihre Mühe damit, diesen Naturgewalten, die rings um sie herum tobten standzuhalten. Mit entschlossenem Blick standen sie wie winzige Insekten vor dem Ort, zu dem Nair-Da sie gebracht hatte: SOTH-TREN. Niemand sprach es aus, doch trotzdem hatten sie alle bereits beim ersten Blick gewusst, wo sie sich befanden. Einen solchen Ort konnte es nur einmal auf Acyra geben und es war schlimm genug, dass es ihn überhaupt gab. Die Macht, mit der der Regent dieses Unterschlupf, dieses Etwas, geschaffen hatte, musste unvorstellbar gewesen sein. Die eisige Kälte, die an sich schon ein Widerspruch der Natur war, lähmte ihre Glieder. Sie fraß sich in ihre Körper und verzehrte ihren letzten Funken an Hoffnung. Das Heulen des Windes, sein tausendfaches Echo, das von dem Gestein verstärkt wurde und das tiefe Donnergrollen klang in ihren Ohren wie ein dämonisches Hohngelächter. Acnari fröstelte. Nie hätte sie sich träumen lassen, dass ihre Reise sie eines Tages an diesen Ort führen würde. Am liebsten wäre sie in Panik ausgebrochen und laut schreiend in die unendliche Öde gerannt. Doch sie lehnte an der starken Schulter ihres Bruders Trabin. Die Feuerklinge in der Hand des Erwählten leuchtet hell auf und schien die einzige kraftspendende Oase in dieser schrecklichen Umgebung zu sein. Danair umklammerte seine Axt mit beiden Händen. Ein verbissener Ausdruck lag in seinem Gesicht. Er wüsste, dass es seine Bestimmung war, nach all’ den Jahren endlich Rache zu nehmen für den Tod seiner Eltern. Vor ihm lag seine Bestimmung, die Gelegenheit, auf die er ein Leben lang gewartet hatte… Der Poco fühlte zum ersten Mal in seinem Leben, was er noch nie zuvor empfunden hatte. Er fühlte sich beengt, ohnmächtig und hilflos. Das Gefühl, das die Menschen ‘Angst’ nannten, hatte Besitz von ihm ergriffen. Nervös spielte er mit seinem Barbarenschwert. Zum ersten Mal in seinem Leben machte er sich Gedanken darüber, ob er sein Leben wirklich so genutzt hatte, wie er es hätte tun können. War der Kampf wirklich sein Leben? Hatte er nicht noch so viele Dinge im Leben verpasst, die er vielleicht nie wieder würde nachholen können, weil es ein ‘später’ vielleicht nicht mehr gab? Der Kennek zitterte am ganzen Leib und kam sich noch unwichtiger und bedeutungsloser vor, als je zuvor. Hier würde sich die Zukunft Acyras entscheiden und obwohl jeder echte Kennek eigentlich stolz darauf sein müsste, das mitzuerleben, fragte er sich, ob er es wirklich erleben wollte! Sein loses Mundwerk war an allem Schuld! Hätte er doch nie diese verdammte Geldbörse gestohlen. Nein, er verwarf den Gedanken wieder, denn es war ja nicht so, dass er es wirklich bereute! Im Gegenteil. Jetzt war es ihm auf einmal klar: er war dazu berufen, den Regenten zu besiegen. Er ganz allein würde der Retter Acyras sein! Oder…? Smaruk beobachtete das Schauspiel der Naturgewalten in gelassener Ruhe. Der Magrolin zeigte selbst jetzt nicht, welche Gefühle in ihm vorgingen. In seinem Gesicht zeichnete sich weder Angst noch Unsicherheit ab. Huschte da nicht sogar ein wissendes Lächeln über seine Lippen. Hatte er nicht vielleicht von Anfang an gewusst, wohin sie ihre Reise führen würde. Konnte es sein, dass er stolz darauf war, endlich am Ziel zu sein? Auch Phochrist, der letzte im Bunde war ruhig und gefasst. Der Seher schien entschlossen, seiner Berufung zu folgen, denn er wusste, dass der Weg eines jeden Abarons vorgezeichnet war. Es gab eine höhere Macht, die längst über ihr Schicksal entschieden hatte, das wusste er. Der Abaron spürte eine Hand auf seiner Schulter. „Phochrist, ihr seid am Ziel.“ „Was?“ erstaunt wandte er sich um und erkannte eine vermummte Gestalt, die ihm nur allzu vertraut war. Selbst bis hier war ihnen der seltsame Fremde gefolgt, doch noch immer lagen seine Gesichtszüge im Schatten einer Kapuze verborgen. „Geh’, Phochrist. Glaube an Dich selbst, denn auf dem letzten Teil des Weges wirst Du sie führen.“ „Aber warum ich?“ „Es ist Dein Teil der Prophezeiung. Nur Du kannst es!“ „Aber… warum? Ich… ich kann es einfach nicht…. Du verlangst zu viel von mir!“ „Glaube daran! Du allein wirst sie führen, es ist Deine Berufung!“ Die vermummte Gestalt verblasste vor seinen Augen und verschwand schließlich vollends. Phochrist blickte in die besorgten und fragenden Augen seiner Kameraden und war sich wieder einmal sicher, dass sie nichts von seiner Begegnung mit dem Vermummten mitbekommen hatten. Aber konnte es sein, dass sie ihn nicht gesehen hatten? Er war doch mitten unter ihnen gewesen! „Phochrist, bist Du in Ordnung?“ „Was…? Ja, ist… ist schon gut.“ „War es eine Vision?“ „Ich… weiß es nicht. Vielleicht. Ich glaube wir sollten gehen, Freunde, wir haben keine Zeit mehr zu verlieren!“ „Aber was ist mit Nair-Da und Kylon?“ Erst jetzt wurde ihnen bewusst, dass ihre beiden Gefährten nicht bei ihnen waren. Zu sehr waren sie mit ihren eigenen Gefühlen beschäftigt gewesen. Doch jetzt war der Schrecken noch viel größer. „Sie… sie haben es nicht geschafft! Das Portal – es muss sich hinter uns geschlossen haben, ohne dass sie es noch passieren konnten!“ „Das… das darf einfach nicht sein! Wir.. wir brauchen sie doch!“ „Wie sollen wir es nur ohne Nair-Das Hilfe schaffen, da … hinein zu kommen?“ Völlig ruhig sprach der Abaron. „Wir werden es schaffen. Kommt mit mir Freunde. Wir müssen unsere Aufgabe auch ohne sie erfüllen. WIR sind das Bündnis des Lichts! Folgt mir, ich… ich kenne den Weg!“ Ohne auf ihre verdutzten und fragenden Blicke einzugehen marschierte Phochrist los. Als Führer der kleinen Gruppe schritt er Soth-Tren entgegen…

Veröffentlicht in: on 29. Dezember 2011 at 12:45  Hinterlasse einen Kommentar  

Soth-Tren (4)

Nair-Da hatte ihnen genau erklärt, was zu tun war. Smaruk, Kylon und er selbst bildeten einen Kreis und hatten sich in einen meditativen Zustand versetzt und ihre magischen Kräfte verbunden. Ein gleißend heller Lichtfleck pulsierte nun vor ihnen begann langsam zu wachsen. Das grelle Licht blendete sie. Nair-Da hatte ihnen erklärt, dass sie durch das Portal schreiten mussten, sobald es groß genug wäre. Trabin und Nachistir sollte als erste hindurchgehen, da niemand wusste, wo genau sie landen würde. Dann waren Danair und Phochrist an der Reihe. Aki und Acnari waren die nächsten. Sobald sie das Portal durchschritten hatten würden Smaruk, Kylon und Nair-Da folgen. Es war soweit. Trabin umklammerte die Feuerklinge, die mit einem leichten Aufglühen antwortete und schritt in das gleißende Licht. Mit einem unsicheren Blick und einer letzten Drohung an Nair-Da folgte der Poco. Danair kniff die Augen zu und sprang ebenfalls durch das Portal, während Phochrist eher zögerlich hindurchging. Acnari und Aki gingen Hand in Hand durch das Portal. „Nun los, Freunde, jetzt sind wir an der Reihe!“ Smaruk löste sich aus dem Kreis und schritt ebenfalls durch das Tor. Die Helligkeit hatte ihn gerade verschlungen, als die Wasseroberfläche des Sees erneut zu Brodeln begann. Das magische Tor begann zu flimmern. Ein schleimiger Tentakelarm schlängelte sich an Bord und taste nach Kylon. „Schnell, Kylon, lauf!“ Gerade wollte der Wala loslaufen, als das Wesen zupackte und ihn mit eisernen Griff umschloss und ihn von Bord zu ziehen versuchte. „Hilf’ mir, Nair-Da!“ Der Alte hielt auf einmal  ein Schwert ihn Händen und durchtrennte den Tentakel, der Kylon sogleich freigab. Das Portal flackerte und begann zu erblassen. Seine Größe schrumpfte schnell zusammen. „Schnell, lauf endlich los!“ Nair-Da packte Kylon und zog ihn mit sich in das Portal. Der Wala stolperte, seine Hand löste sich aus der Hand des Alten, dann versanken beide in einem Strudel aus Licht und Farben, der sie in eine bodenlose Tiefe zu ziehen schien. Das Portal schloss sich hinter ihnen und die Tentakel zogen die letzten Überreste des Bootes in die Tiefe des Dunklen Sees…

Veröffentlicht in: on 27. Dezember 2011 at 17:30  Hinterlasse einen Kommentar  

Soth-Tren (3)

Soth-Tren erbebte in seinen Grundfesten, als es vom Zornesausbruch des Regenten erschüttert wurde. Seine Diener, die er aus den Untiefen des Dunklen Sees heraufgerufen hatte, waren an der Magie dieser Abenteurer gescheitert. Ein weiteres Mal musste er sich eingestehen, dass er seine Gegner unterschätzt hatte. Es konnte nur daran liegen, dass sie über eine geballte magische Kraft verfügten, solange der Erwählte und die Feuerklinge bei ihnen waren. Die Magie des Magrolins allein hätte niemals ausgereicht, einen Blitz von dieser Intensität heraufzubeschwören. Zwar hatte er inzwischen herausgefunden, dass der sagenhafte Hüter des Lichts bei ihnen weilte, doch dieser sogenannte mächtigste Magier der Magrolins war nur ein alter Narr, der sich mit ihm niemals würde messen können. Den alten Greis, der sich schon seit Ewigkeiten in dem Hohen Berg verkroch, fürchtete er nicht. Schon viel zu lange hatte er darauf gewartet, dass er ihn endlich beseitigen konnte. Solange er jedoch in diesem Berg weilte, war er unantastbar. Eigentlich tat er ihm sogar einen Gefallen damit, diese naiven Möchtegern Helden zu ihm zu führen. Nein, auch dieser alte Narr konnte nicht der Grund sein, warum es ihnen gelungen war, noch immer am Leben zu sein. Was er nun schlagartig erkannte, war, dass er die Kombination all’ dieser Kräfte nicht bedacht hatte. Doch sie machten ebenfalls einen Fehler- sie bedachten nicht, dass seine Kraft hier in Soth-Tren am stärksten war. Und je näher sie ihm kamen, desto größere Macht konnte er ihnen entgegenstellen. Seine Gegner waren angeschlagen. Zwar vermochte er nicht genau zu erkennen, wo sie sich nun befanden und wie stark sie angeschlagen waren, doch die Attacke seiner Kreaturen konnte nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen sein. Sie waren schwach, doch sie waren noch am Leben, das spürte er. Und er spürte noch etwas. Er spürte den Versuch, eine magische Pforte zu öffnen. Ein fataler Fehler, diesen Versuch in seiner unmittelbaren Nähe zu starten! Der Regent konzentrierte und entfaltete seine Kräfte…

Veröffentlicht in: on 25. Dezember 2011 at 10:00  Hinterlasse einen Kommentar  
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